WIE LANGE KANN MAN HEFETEIG EINFRIEREN?

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Beim Durchstöbern meines Keller-Kühlschranks (ein von meiner Schwiegermutter ererbtes Teil, das ich hauptsächlich zum Retardieren meiner Brotteige benutze), entdeckte ich einen Beutel mit Mehrkorn-Pita-Teiglingen.

Ich hatte den Teig (mit Trockenhefe gemacht) nach der Stockgare zu Bällen vorgeformt, und die dann, einzeln in Plastikfolie gewickelt, in einen Gefrierbeutel gesteckt und eingefroren.

Das Einfrierdatum auf der Tüte war vor 9 Monaten!

Mein erster Gedanke war natürlich, die schneeverkrusteten (und verdächtig dunkel aussehenden) Päckchen in den Mülleimer zu werfen. Aber dann gewannen Neugierde und Forscherdrang die Oberhand, und ich beschloss, den Ötzi-Pitas doch eine Chance zu geben, und herauszufinden, ob nach all dieser Zeit nicht noch Leben in ihnen steckte.
 

Vollkorn-Pitas aus frischem Teig

Ich verfrachtete die Teiglinge also in eine warme Ecke meiner Küche, und warf hin und wieder einen Blick darauf, während ich meine üblichen Brote zum Verkauf backte.

Nach drei Stunden hatten sie sich kein bisschen verändert.

Wieder war ich sehr versucht, ihrem Elend ein Ende zu machen, aber entschied, noch ein bisschen länger zu warten.

Fünf Stunden waren vergangen – es schien, als ob sich die Teiglinge ein winziges Stück vergrössert hätten.

Sechs Stunden, sieben, acht – gaaanz allmähliches Wachstum. Nach 10 Stunden waren die Kugeln so gross, wie sie es normalerweise sind, wenn ich den Teig nach einer Nacht im Kühlschrank geformt, und dann 60 Minuten lang habe reifen lassen.

Ich fing an, sie auszurollen. Der Teig reagierte jetzt so elastisch wie frischer, aber die Oberfläche der Pitas war dunkler und sah etwas scheckig aus.

Gescheckte Ötzi-Pitas: geschmacklich einwandfrei

Im Ofen warfen die aufgetauten Pitas nicht, wie üblich, ein paar grosse Blasen, die sich, ineinanderfliessend, dann zu einem Ballon aufblasen.

Anstatt dessen bildeten sich viele kleinere Bläschen, die es nicht ganz schafften, sich zu einer einzigen grossen Gas-Tasche zu vereinen. 

Die Ötzi-Pitas sahen daher zwar nicht ganz so appetitlich aus wie frische, entwickelten sich aber ansonsten doch erstaunlich gut.

Und im Geschmack war dann wirklich kein Unterschied festzustellen!

Fazit: wenn man nicht aufgibt, und genügend Geduld zum Warten aufbringt, sind die überlebenden Hefezellen schliesslich doch noch in der Lage, ihre Arbeit zu leisten – wenn auch sehr laaaaaaangsam!

Fundort Tiefkühlfach

2 Kommentare zu „WIE LANGE KANN MAN HEFETEIG EINFRIEREN?

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