SOMMERBEEREN-TARTE – EIN KLASSISCHER GENUSS

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 Ein fruchtig-leichtes Dessert hat schon etwas sehr Verlockendes, wenn es im Sommer so richtig heiss wird. 

In unserem Garten sind erst ein paar Blaubeeren reif, die Him- und Brombeeren sind noch grün, und armen kleinen Erdbeeren fallen vorzeitig den Schnecken zum Opfer. Aber im Supermarkt gibt’s jetzt Beeren in guter Qualität – nicht nur das wässrig-saure Zeug aus Kalifornien.

Daher kam Hanaâ’s ABC-Backprojekt für Juli gerade richtig – die Classic Fruit Tart aus “The Weekend Baker“.

Abigail Dodge schrieb dieses Backbuch für Leute, die nicht gern stundenlang in der Küche stehen. Ihre Rezepte lassen sich alle gut vorbereiten – und der Kühlschrank ist dabei dein Freund und Helfer.

Normalerweise nutze ich diese Zeitspar-Tipps und bereite den Teig schon am Vorabend zu, aber mein Ofen war noch warm von meiner Brotbäckerei, und ich hatte unsere Nachbarin zum Tee eingeladen.

Und mal ehrlich, was kann schon lauschiger sein, als eine vom Pitabacken (bei 260º C!) gut geheizte Küche – wenn die Temperaturen draussen auf die 30 Grad zugehen? Mein Eheliebster hat nur die Augen verdreht ….

Da ich es ein bisschen eilig hatte, kühlte ich meinen fertigen Teig nur 30 Minuten lang. Beim anschliessenden Ausrollen merkte ich ziemlich schnell, dass es unmöglich war, den vorgebenen Durchmesser zu erreichen – der Teig fing an zu reissen, und jeglicher Transportversuch schien äusserst riskant.

Den Teig einfach im Kühlschrank wieder fester werden zu lassen, ging nicht – meine zum Ausrollen so praktische Silikonmatte ist dafür viel zu gross. Sie ist auch zu unhandlich, um sie über der Tarteform blitzchnell umzudrehen. Schwitzend und der Verzweiflung nah, suchte ich in meiner Küche nach einem Ausweg.

Zum Glück fand ich eine Kuchenplatte aus Metall, die ich auf den Teig drücken, und ihn dann über der Tarteform umdrehen konnte. Aber leider nicht ohne Verluste, die scharfe Wellenkante der Form schnitt durch den dünnen Teig wie Butter, und die ganze Mühe des langen Ausrollens war für die Katz.

Die ganze Mühe war für die Katz…

Aus dem abgetrennten Teigresten formte ich einen einigermassen gleichmässigen Rand und stellte die Tarte in den Ofen. Nach dem Blindbacken musste ich zu meinem grossen Missvergnügen feststellen, dass der Boden trotz meiner Samthandschuh-Behandlung einige hässliche Risse aufwies.

Aber Creme deckt bekanntlich alle Backsünden mit einem Mantel der Unschuld zu, und frische Brombeeren und Himbeeren liessen die Tarte hübsch und appetitlich aussehen.

Und der Lohn für all die Mühe? Die Tarte war total lecker, und jeder wollte ein zweites Stück!

Später schaute ich mir ein paar Grundrezepte für Tarte-Teig an, , um zu sehen, ob es da noch ein paar hilfreiche Tricks gab. Offenbar war die Teigruhe im Kühlschrank mit 30 Minuten zu kurz, eine Stunde wäre besser gewesen.

Es ist auch nicht nötig, den Teig auf einen so grossen Durchmesser auszurollen, 5 cm mehr als der Boden mehr hätten völlig gereicht – und der Teig wäre dicker und weniger brüchig gewesen.

Und in William-Sonoma’s “Pie & Tart” fand ich sogar meine eigene, gekritzelte Anmerkung: “Teig auf einem dünnen Schneidbrett ausrollen und über der Form umdrehen”. Das ist genau das, was ich beim nächsten Mal machen werde. Oder ich presse ihn ganz einfach mit den Fingern in die Form!

Unreife Brombeeren in unserem Garten

SOMMERBEEREN-TARTE (8 Personen)

Für den Boden:
90 g Weizenmehl Typ 405
40 g Dinkelmehl
30 g Puderzucker
  1 Prise Salz
85 g eiskalte Butter, in Stücken (1/2 cm)            1 Eigelb (Kl. M)

Für die Konditorcreme:
235 ml Vollmilch
    3 Eigelb (Kl. M)
    3 EL Zucker
    8 g Mehl (1 gestrichener EL + 1 gestrichener TL)
    1 TL Vanilleextrakt oder 1 P. Vanillezucker*)
  60 ml Schlagsahne
*) bei Gebrauch von Vanillezucker die angegebene Zuckermenge um 2 TL vermindern)

Für den Fruchtbelag:
425 g gemischte Beeren, gewaschen und auf Küchenpapier abgetrocknet

Zubereitung:
Für den Teig mit Küchenmaschine oder Handrührgerät Mehl, Puderzucker und Salz miteinander vermischen. Eiskalte Butter dazugeben und bei mittlel-niedriger Stufe unterrühren, bis die Masse wie grober Sand aussieht. Das Eigelb hineingeben und nur knapp so lange mischen, bis sich feuchte Klumpen bilden.

Teig auf eine unbemehlte Arbeitsfläche geben, zu einem Ball formen und sanft zu einer Platte flachdrücken (13 cm ø). In Plastikfolie wickeln und 1 Stunde lang kühlstellen (oder bis zu 2 Tagen im Kühlschrank oder 1 Monat im Tiefkühlfach aufbewahren).

Für die Konditorcreme Eigelbe, Zucker, Vanillezucker (falls gebraucht – Vanilleextrakt wird erst später dazugegeben), Mehl und Salz in einer kleinen Schüssel mit dem Schneebesen so lange verquirlen, bis die Masse glatt und hellgelb aussieht.

Milch in einem kleinen Topf heiss werden lassen, bis sich kleine Blasen am Rand bilden, und sie gerade eben anfängt zu sieden. Heisse Milch langsam in dünnem Strahl in die Eiermasse giessen, dabei ständig weiterschlagen (ca.1 Minute).

Konditorcreme in eine mittelgrosse Schüssel umfüllen und eine Plastikfolie direkt auf die Oberfläche drücken, um Hautbildung zu verhindern. Im Kühlschrank kaltwerden lassen (hält sich bis zu 2 Tagen).

Eine Tarteform (24 cm ø) mit herausnehmbaren Boden bereitstellen.

Gekühlte Teigplatte auf ein leicht bemehlten Schneidbrett legen, 6 – 8 mal sanft mit dem Teigroller flachdrücken und dann auf 28 cm Durchmesser ausrollen. Dabei den Teig immer wieder anheben und eine Vierteldrehung machen, sowie Unterlage und Teigrolle nach Bedarf leicht bemehlen, um Ankleben zu verhindern. Falls nötig, mit dem Teigschaber oder einem Spatel lösen.

Schneidbrett mit dem Teig über der Tarteform positionieren, umdrehen und den Teig in die Form gleiten lassen (notfalls mit Schaber nachhelfen). Sanft, aber fest, gegen Boden und Seiten drücken, ohne ihn zu dehnen. Wenn er reisst, Bruchstellen wieder zusammendrücken.

Überhang glattschneiden, nach hinten umfalten und gegen den Rand der Form drücken (falls möglich), um die Seiten zu verstärken. Ins Gefrierfach stellen und mindestens 30 Minuten lang gefrieren, bis der Teig sehr fest geworden ist.

Ofen auf 200º C vorheizen. Gefrorenen Tarteboden mit Alufolie belegen, mit Pie-Gewichten oder getrockneten Bohnen füllen, und in der Ofenmitte 15 Minuten lang blind backen. Folie und Bohnen entfernen und etwa 5 Minuten lang weiterbacken, bis der Boden hell goldbraun ist. Auf einem Kuchengitter auskühlen lassen.

Vanilleextrakt (falls gebraucht) in gekühlte Creme giessen und gut unterrühren. Schlagsahne in einer kleinen Schüssel steif schlagen. Geschlagene Sahne zur Konditorcreme geben und mit einem Spatel vorsichtig unterheben.

Creme gleichmässig auf dem abgekühlten  Tarteboden verstreichen. Beeren darauf verteilen und gleich servieren.

Vorbereitungs-Tipps:
Der Teig hält sich 2 Tage im Kühlschrank und 1 Monat im Tiefkühlfach.

Die Konditorcreme hält sich bis zu 3 Tagen im Kühlschrank.

Die fertige Tarte kann bis zu 2 Tagen im Kühlschrank aufbewahrt werden.

Das Rezept für Classic Fruit Tart stammt aus “The Weekend Baker” von Abigail Dodge. Ich habe es leicht verändert, übersetzt und auf deutsche Verhältnisse übertragen.

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